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    Binkel

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    Buchweizen

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    Chia

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    Hirse

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    Nackthafer

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    Öllein

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    Sommergerste

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    Waldstaudenroggen

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    „Wunderweizen“


Alte Schätze neu gehegt
Projektgarten Veit in Beuren



Gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Sneyd bauen wir in einem „Projektgarten“ als Versuchsanbau auf 5 Ar am Haldenhof in Beuren alte Getreidearten und Pseudocerealien an, u.a.:

  • Alte Dinkelsorten, u.a. Schlegeldinkel aus dem Jahr 1920, Ur-Dinkel Oberkulmer
  • Ur-Emmer
  • Einkorn (Weizen)
  • Ur-Rotkornweizen
  • Seltener Binkel-Weizen
  • Kamut-Weizen
  • Hartweizen
  • Alte Roggensorten, u.a. Waldstaudenroggen und Theurener Roggen, ein Slow Food Arche Passagier in Österreich
  • Seltener Weißkorn-Winterweizen
  • „Wunderweizen“ (Sorte Petropavlo, langstrohig)
  • Sommerweizen, extrem kurz
  • Evolutionsreihe Weizen und einige Gerstevorfahren
  • Poppgerste
  • Labilgerste
  • Frühe Nacktgerste
  • Alte Landsorte Sommergerste, nacktkörnig
  • Nackthafer
  • Öllein (gelb und braun)
  • Braunhirse (Sorte Quartett, aber auch seltene Altsorten)
  • Chia


Mit diesem „Projektgarten“ verfolgen wir zum einen das Ziel, die Anbautechnik für alte Sorten zu prüfen. Des Weiteren bewerten wir die Eignung bestimmter, alter Sorten auf eine weitere Vermehrung und spätere Verwendung in der Backstube und tragen damit zur Biodiversität bzw. zum Erhalt alter Sorten bei, da wir von allen angebauten Sorten kleine Mengen an die Genbank abgeben.

Beispielsweise wurden im Anbaujahr 2015 acht verschiedene, alte Hirsesorten auf diese Art und Weise getestet. Davon wurden vier Sorten als weiterverfolgenswert eingestuft, die in 2016 in Beuren angebaut wurden. Hieraus leitete sich ab, dass nur eine Hirsesorte für die weitere Vermehrung geeignet erschien.

Bei Landwirt Reinhold Schnizer, der den Schwarz-Emmer für das Ur-Emmerle für uns anbaut, fand dann im Anbaujahr 2016 ein erster, größerer Anbau von Öllein und Hirse statt. Die Anbauergebnisse beim Lein waren ermutigend, so dass wir entschieden haben, den Vertragsanbau von Öllein bei zwei Landwirten in größerem Stil fortzusetzen. Das sind die Landwirte Bernd Schweiss in Grabenstetten und Gerhard Herrmann in Nellingen. Bei der Hirse haben wir aufgrund der Anbauergebnisse aus 2016 entschieden, diesen Versuch nicht fortzuführen. Während unserer ursprünglich & ländlich Wochen im Oktober 2016 haben wir erstmalig den Leinsamen und die Hirse aus eigenem Anbau eingesetzt, u.a. für das Fünfkornbrot. Seit Herbst 2017 wird das Fünfkornbrot und das Ur-Emmerle mit Goldlein aus eigenem Anbau, aus der Ernte 2017, gebacken.

Ein weiteres Beispiel: der „Binkel-Weizen“ oder „Igel-Weizen“, wie er auch wegen der Optik genannt wird, ist eine sehr alte, selbständige Brotweizensorte der Gattung Triticum compactum, der unseres Wissens nach hier in der Region überhaupt nicht mehr angebaut wird.

Im Projektgarten kann man aber auch den längsten Weizen, einen sibirischen Weizen der Sorte Petropavlo und den kürzesten Weizen vom CIMIT Institute aus USA im Anbau bewundern.

Am Keltenhof in Filderstadt bei Gerhard Daumüller fand in Zusammenarbeit mit Prof. Sneyd im Anbaujahr 2016 ein Anbau von Chia auf 250 qm statt. Leider sind die Chia-Pflanzen auch hier nicht zum Blühen gekommen. Nach den Versuchen in 2015 auf der Schwäbischen Alb und dem ersten, größeren Test in 2016 in Filderstadt haben wir beschlossen, den Chia Anbau nur im Projektgarten in Beuren zu Demonstrationszwecken fortzuführen.

Im Freilichtmuseum Beuren gibt es übrigens auch ein Schaufeld mit Dickkopfweizen und Rotkornweizen, in der Nähe des Hauses aus Öschelbronn, in dem momentan die Dickkopfweizenausstellung beheimatet ist. Sie soll später in das „Haus der Vielfalt“ umziehen, das 2019 im Zuge des Genuss- und Erlebniszentrums im Freilichtmuseum Beuren entstehen wird.






So sieht der Projektgarten im Frühjahr 2018 aus


50% der alten Sorten sind im Herbst ausgesät worden, haben den Winter gut überstanden und stehen gut da. Die restlichen Sorten werden im Frühjahr ausgesät.



So sah der Projektgarten im Sommer 2017 aus


Der Projektgarten im Sommer war eine einzige Freude: wogender, fast 2 m hoher Waldstaudenroggen und andere Ur-Roggensorten, Binkelähren mit und ohne Grannen und andere, alte Weizensorten, blühender Lein u.v.m. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Tageszeit!