Binkel – eine 2000 Jahre alte Weizenart


Der „Binkel-Weizen“ oder „Igel-Weizen“, wie er auch wegen der Optik genannt wird, ist eine ca. 2000 Jahre alte Brotweizenart der Gattung Triticum compactum, der unseres Wissens nach überhaupt nicht mehr angebaut wird. Wir testen den Binkelanbau seit 4 Jahren mit Prof. Sneyd in unserem Projektgarten. Die Anbaufläche betrug 2018 immerhin schon 180 Quadratmeter. Er wurde in mehreren Varietäten und in unterschiedlichen Anbauweisen getestet, so auch in einem Sorten- oder Anbaurad. Mit dieser Anbauweise kann man die späteren Anbaueigenschaften im Bestand bei unterschiedlich dicht gesäten Reihen gut voraussagen. Diese Form der Prognose wird besonders bei neuen Sorten angewandt. Im Falle des Binkel haben wir eine uralte Weizenart, deren Anbaueigenschaften einfach nicht mehr bekannt sind. Der Anbau von Binkel im Sortenrad ergab im Jahr 2018, dass Binkel nicht für einen Intensivanbau geeignet ist, sondern für eine extensive Anbauweise. Für 2019 ist eine Wiederholung des Versuchsanbaus im Sortenrad geplant sowie eine Erweiterung der Anbaufläche. Man muss sich das vorstellen: 2018 – nach 4 Jahren – haben wir 0,5 kg (!) Binkel zur Verfügung für Analysen und einen allerersten Backversuch in „Haushaltsmenge“, der Rest geht in die Vermehrung. 2019 erwarten wir, wenn es gut läuft, 50 kg Ernteertrag. Damit kann man einen ersten Backversuch in der Backstube machen plus Analysen und weitere Vermehrung. Mit dem Verkauf eines Binkelbrotes rechnen wir frühestens im Jahr 2020. Das ist ein langer Weg!

Binkel wird auch Pfahlbauweizen (bzw. Pfahlbautenweizen) genannt, da die uralten gefundenen Körnerreste auch in den Pfahlbauten (z.B. am Bodensee) gefunden wurden. Oft zusammen mit Dinkel.


2018: Anbaufläche Binkel 180 qm
Binkel (ohne Grannen)
Binkel (mit Grannen)