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    v.l.n.r.: Bernd Schweiss, Susanne Erb-Weber, Gerhard Hermann, Prof. Dr. Jan Sneyd,

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Unser neuestes Anbauprojekt: Goldlein



2016 fand bei Landwirt Reinhold Schnizer aus Mundingen auf der Schwäbischen Alb ein erster Anbau von Öllein auf 1 Hektar für das Bäckerhaus Veit statt. Die Ernteergebnisse waren ermutigend, so dass wir entschieden haben, den Vertragsanbau von Öllein auf größerer Fläche fortzusetzen. Die Suche nach geeigneten Partnern für den Leinanbau in der Region begann. Es fehlten jedoch die Möglichkeiten für die Weiterverarbeitung von Lein bei den Landwirten. Der Leinanbau in der Region ist im Grunde ausgestorben. Im Frühjahr 2017 fanden wir in den beiden Landwirten Bernd Schweiss in Grabenstetten und Gerhard Hermann in Nellingen Partner, die bereit waren, Goldlein bzw. Gelblein für das Bäckerhaus Veit auf einer Fläche von 4 Hektar anzubauen.

Welch glückliche Fügung: Bernd Schweiss verfügt über eine geeignete Nachtrocknungsanlage und war bereit, in die Reinigung und Weiterverarbeitung von Lein zu investieren. Gerhard Hermann hat vor 20 Jahren bereits Lein angebaut und verfügt insofern noch über das Know-how des Anbaus. Beide Landwirte arbeiten im Leinanbau für uns eng zusammen und tauschen sich gegenseitig aus. Prof. Sneyd als unser Experte für alte Sorten war bereit, auch dieses Projekt von der Anbauseite her zu begleiten.

Mit der Ernte 2017 hatten wir erstmalig 6 Tonnen Goldlein aus eigenem Anbau für die Verarbeitung in Backwaren zur Verfügung. Das Proteingold-Brot, das Fünfkornbrot und das Ur-Emmerle sowie weitere Backwaren werden seitdem mit Gelblein aus eigenem Vertragsanbau hergestellt.

Zum Verkaufsstart des Proteingold Brotes im Frühjahr 2018 gab es für unsere Kunden auch eine „limited edition“ an Veit Leinöl, das die Ölmühle Störzbach aus unserem Lein für uns frisch gepresst hat. Wer es probiert hat, war begeistert vom feinen Geschmack. Da wir nicht mehr viel Gelblein aus der Ernte 2017 hatten, war die Menge für das Verpressen zu Leinöl einfach limitiert. Im Rahmen dieser Aktion wurde auch eine Kleinpackung Goldlein für einen begrenzten Zeitraum angeboten. Die Resonanz unserer Kunden macht uns Mut – es ist einfach toll, den Leinanbau wieder in die Region zurückzubringen.

2018 haben wir den Goldlein auf 4 ha bei Herrn Schweiss und Herrn Hermann anbauen lassen. Die Leinblüte fand im Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli statt. Das Feld mit den blauen Blüten war einfach herrlich anzusehen. Auch die Bienen nutzten dieses Angebot rege. Die Leinblüten sind sehr filigrane Blüten. Wenn sich eine Biene darauf niederlässt, kippt die Leinblüte durch das Gewicht der Biene kurz um, richtet sich dann aber auch wieder auf. Es war ein wunderbares Naturschauspiel. Mitte August war der Lein in den Kapseln reif und die Ernte begann. Das Dreschen des Leins ist wirklich mühsam. Das Leinstroh ist so sperrig und hart wie Draht, es wickelt sich immer wieder im Mähwerk auf. Der Mähdrescher kann keine einzige Feld-Länge komplett fahren, ohne abzusetzen. Zwei Mann waren beschäftigt, das Leinstroh mit Messern aus dem Mähwerk zu schneiden und zu ziehen. Diese Prozedur wiederholt sich permanent, so dass die Ernte gefühlt ewig dauert. Im Anschluss muss der Lein noch mehrfach gereinigt werden. Wir freuen uns jetzt schon, bis wir Goldlein aus der neuen Ernte einsetzen können.