Veit ist Slow Food Unterstützer!


Seit 1. Januar 2019 ist das Bäckerhaus Veit offiziell Slow Food Unterstützer. Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält.

Slow Food Deutschland ist ein eingetragener Verein, der 1992 gegründet wurde, mit der Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Die Slow Food Bewegung zählt in Deutschland über 11.000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen), weltweit sind es mehr als 100.000 Menschen in über 150 Ländern.

Gut, sauber und fair

Slow Food fordert, dass unsere Nahrung geschmacklich und gesundheitlich einwandfrei ist. Und dass sie auf saubere Art hergestellt wird – also ohne Schaden an Mensch, Natur und Tier anzurichten. Außerdem müssen Lebensmittelerzeuger eine faire Entlohnung für ihre Produkte und ihre Arbeit erhalten.
Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Verbrauchern zusammen. Durch Projekte wie die Arche des Geschmacks – ein Katalog von Nutztierrassen, Nutzpflanzen und Lebensmitteln, die vom Aussterben bedroht sind – und die Presidi-Förderprojekte sowie durch das Terra Madre-Netzwerk arbeitet Slow Food weltweit daran, die biologische Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen, traditionelle und nachhaltige Anbau- und Verarbeitungsmethoden und so unser wertvolles kulinarisches Erbe zu bewahren.

Wir unterstützen diese Ziele von Slow Food sehr gerne, zumal wir ja auch einen Slow Food Arche-Passagier betreuen, den Schwäbischen Dickkopf-Landweizen.
Das Programm der Slow Food Regionalgruppe Stuttgart 2020 finden Sie hier zum Download. Den genauen Termin für die Felderführung am Veit Projektgarten in Beuren im Juli 2020 geben wir unter Events in den kommenden Wochen noch bekannt.



Slow Food Arche-Passagier Dickkopfweizen


Der Schwäbische Dickkopf-Landweizen, kurz Dickkopfweizen, ist eine eine Kreuzung aus Dinkel und Weizen. Diese alte Sorte wurde in den letzten Jahren von Prof. Dr. Jan Sneyd, pensionierter Professor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), in Zusammenarbeit mit dem Bäckerhaus Veit rekultiviert, nachdem sie fast vom Aussterben bedroht war.

2011 wurde der Schwäbische Dickkopf-Landweizen in die Rote Liste der bedrohten, heimischen Nutzpflanzen aufgenommen.

2013 erhielt der Schwäbische Dickkopf-Landweizen die verdiente Aufnahme in die Arche-Passagier-Liste von Slow Food.

Im Frühjahr 2015 wurde der Dickkopfweizen vom Bundessortenamt als Erhaltungssorte eingetragen.

Vom Ende des 19. Jahrhunderts an prägten die so genannten Dickkopfweizen neben dem Dinkel bis in die 50er-Jahre dieses Jahrhunderts die süddeutsche Landwirtschaft. In Konkurrenz mit den ertragreicheren Weizenhochzuchtsorten ging der Dickkopfweizen als Anbauprodukt unter und geriet in Vergessenheit. Es ist dem pensionierten Professor Jan Sneyd zu verdanken, dass er nicht gänzlich ausstarb. Prof. Sneyd vermehrte in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bäckerhaus Veit einen äußerst seltenen, qualitativ hochwertigen „Dickkopfgenotyp“, dem man den Namen „Schwäbischer Dickkopf-Landweizen“ gab. Mit dieser Bezeichnung wird er in der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten, einheimischen Nutzpflanzen geführt (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Bonn, Zentrum biologische Vielfalt). Der Ertrag des Dickkopfweizens liegt deutlich unter Hochzuchtsorten. Die Dickköpfle-Backwaren haben einen eigenen, leicht nussigen Geschmack.

„Aus den bisherigen Analysen geht hervor, dass die Proteingehalte und -qualität hoch bis sehr hoch sind. Mineralstoffgehalt, Mehlausbeute und Vollkornanteil sind nach den repräsentativen Analysen der Ernten gut bis sehr gut. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an Carotinoiden im Vergleich mit gängigen Weißmehlsorten. Die Dickkopfweizen-Körner enthalten außerdem überdurchschnittlich viele Antioxidantien, die dazu beitragen können, die so genannten schädlichen freien Radikalen zu neutralisieren, die beim Stoffwechsel im Körper entstehen“, so Prof. Sneyd.

Ausführliche Informationen über den Dickkopfweizen finden Sie hier.