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    Insgesamt 58 Teilnehmer ...

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    ... machen sich auf den Weg durch die Metzinger Streuobstwiesen.

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    Dietmar Bez erklärt die Bedeutung der Streuobstwiesen ...

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    ... als Kulturlandschaft und Naturbiotop.

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    Johannes Jugel, hier mit Susanne Erb-Weber, berichtet über die Schnittkurse des Obst- und Gartenbauvereins Metzingen e.V.

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    Blick vom Wippberg auf den Albtrauf.

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    Im Nollenwald informiert Dietmar Bez über die mittelalterliche Waldbewirtschaftung.

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    Am Ende der Wanderung ...

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    ... stellt Prof. Jan Sneyd die Anbauprojekte des Bäckerhauses Veit mit alten Getreidesorten vor.

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    Susanne Erb-Weber lädt zum Veit Bauern- und Biosphärenmarkt in Bempflingen ein.

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    Beim gemütlichen Ausklang ...

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    ... mit frischen Backwaren aus der Veit Backstube in Bempflingen.



29. April 2017

Mit Veit in der Region unterwegs

Streuobstwiesen, mittelalterliche Waldbewirtschaftung und Dickkopfweizenanbau in Metzingen


58 Teilnehmer trafen sich am Samstag, 29. April zur Veit-Wanderung in Metzingen. Nach der frostig-kalten Witterung der letzten Tage hatten wir viel Glück bei unserer Tour: die Sonne strahlte und die Temperaturen waren angenehm zum Wandern.


Mit unserem Wanderführer Herrn Dietmar Bez, Vorsitzender des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine Reutlingen e.V., ging es vom Treffpunkt aus zuerst in die Streuobstwiesen Metzingens am Wippberg. Herr Bez erklärte den Teilnehmern beim ersten Stopp, warum der Erhalt der heimischen Streuobstwiesen als Kulturlandschaft und Naturbiotop so wichtig ist und warum es sich lohnt, sich dafür einzusetzen. Herr Bez erläuterte dabei auch seinen Vorschlag, eine Genossenschaft für den Streuobstanbau und die -vermarktung im Ermstal zu gründen, in der sich die Erzeuger organisieren. Eine Genossenschaft könnte sich um bessere Fördermittel für die Erzeuger kümmern und die Vermarktung von Streuobstprodukten bündeln. Herr Johannes Jugel, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Metzingen e.V., der die Tour mit vorbereitet hat, ging darauf ein, wie der Obst- und Gartenbauverein Metzingen durch Schnittkurse den Erhalt der Streuobstbäume unterstützt. Sehr erfolgreich sind dabei insbesondere die Schnittkurse für Jugendliche und für Frauen. Auch die aktuelle Situation mit 80 bis 100% prognostizierten Ausfällen beim Ermstäler Streuobst durch Frostschäden und ihre Auswirkungen für die Erzeuger wurde lebhaft diskutiert.

Bei einem zweiten Halt am Wippberg konnten die Teilnehmer den Albtrauf in seiner ganzen Schönheit bewundern und auf die Felder von Landwirt Heinrich Bazlen herunterschauen. Bei Landwirt Bazlen lässt das Bäckerhaus Veit den Dickkopfweizen in Metzingen anbauen. Bei diesem Tourstopp erläuterte Herr Bez als gelernter Geologe fachkundig die spannende Landschaftsgeschichte und Geomorphologie des Ermstals, u.a. wie sich die Schwäbische Alb gebildet hat.

Von den Streuobstwiesen ging es in den sogenannten Nollenwald Metzingens, wo die Teilnehmer von Herrn Bez interessante Informationen über die mittelalterliche Waldbewirtschaftung erfuhren. Als Forst werden heute bewirtschaftete Wäler bezeichnet. Im früheren Sprachgebrauch waren Forste königlicher Wald. Während des frühen Mittelalters bestand am Wald ein allgemeines Nutzungsrecht, d.h. jeder konnte Brenn- und Bauholz gewinnen, die Nutztiere (wie Schweine) im Wald weiden lassen und wilde Tiere jagen. Flächen, wo der Grundherr (König etc.) bestimmte Nutzungen untersagte, wurden „forestiert“, also im bildlichen Sinne „eingezäunt“. Früheste Nutzungseinschränkungen betrafen die Jagd, über entsprechende Flächen wurde der sogenannte Wildbann verhängt. Als in der Blüte des Hochmittelalters der Holzbedarf rapide zunahm (Bevölkerungsanstieg, Wachstum der Städte, früheste industrielle Strukturen) wurden der Wald und seine Produkte schnell zum Wirtschaftsgut. In der Konkurrenz um den Rohstoff Holz wurden daher die Waldflächen in einem umfassenden Sinn der Forsthoheit unterworfen, d.h. der Grundherr übte sämtliche Rechte am Wald nunmehr selbst aus. Dazu entstanden erste Verwaltungsstrukturen im Sinne einer Forstverwaltung. In diesem Sinne ist auch der lateinische Begriff foris („außerhalb“) einzuordnen.

Am Ende der rund 7 km langen Wanderstrecke informierte Prof. Dr. Jan Sneyd die Teilnehmer über alte Getreidesorten, u.a. den Anbau des Schwäbischen Dickkopf-Landweizens und des Rotkornweizens durch das Bäckerhaus Veit. Seine Ausführungen waren wie immer sehr fachkundig und spannend. Gepaart mit seiner humorigen Art war auch dieser letzte Teil der Veit Wanderung eine Bereicherung für alle Zuhörer. Das Bäckerhaus Veit hatte für den Abschluss der Wanderung eine Verkostung von Backwaren mit Richards Rotkörnle-Vollkornbrot, Dinkel-Krüstle, Hefekranz und Nuss-Schnecken vorbereitet. Dazu gab es Kaffee und Streuobst-Schorlen der Firma Burkhardt Fruchtsäfte.

„Die Wanderung war eine rundum gelungene Veranstaltung, für die wir uns herzlich bedanken“, äußerten viele Teilnehmer am Ende der Tour. Frau Susanne Erb-Weber, die die Wanderung seitens des Bäckerhauses Veit organisierte, bedankte sich bei Herrn Bez, Herrn Jugel und Herrn Sneyd für ihr ehrenamtliches Engagement und erläuterte, dass die Einnahmen der Tour vom Bäckerhaus Veit zugunsten des Obst- und Gartenbauvereins Metzingen gespendet werden. Frau Erb-Weber informierte die Teilnehmer über die Ausstellung zum Schwäbischen Dickkopf-Landweizen ab 29. August 2017 im Freilichtmuseum Beuren und den 3. Veit Bauern- und Biosphärenmarkt am 10. September 2017 am Veit Betriebsgelände, in der Weidachstraße 8 in Bempflingen.